Ausgleichssport zum Tennis: Warum du nicht immer nur auf dem Court stehen solltest!

🎾 Autor: Timm Schaffner – ⏳ Lesezeit: 4 Minuten – ✍️ zuletzt aktualisiert: 07.02.2024

🎾 Autor: Timm Schaffner
⏳ Lesezeit: 4 Minuten
✍️ zuletzt aktualisiert: 07.02.2024

Wer erstmal im Tennis-Fieber ist, möchte vermutlich gerne jeden Tag auf dem Platz trainieren. Doch wenn du nur Tennis spielst, belastest du deinen Körper einseitig. Sowohl körperlich als auch mental machen Ausgleichssportarten Sinn. Du kannst dadurch sogar besser im Tennis werden.

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Beim Tennis treten einseitige Belastungen auf

Grundsätzlich ist Tennis natürlich ein Sport, der viele Muskelgruppen anspricht. Allerdings kommt es auch auf zu muskulären Dysbalancen, weil eine Seite typischerweise stärker belastet wird als die andere und gewisse Bewegungen völlig ausbleiben.

Beispielsweise schlagen viele Spieler häufiger mit der Vorhand, sodass auf der rechten Körperseite (bei Rechtshändern) eher eine Überbelastung erfolgt. Noch deutlicher wird es, wenn man sich den Aufschlag anschaut, denn hier erfolgt eine permanente einseitige Belastung.

Während ein Hockeyspieler in Ballbesitz gebückt über den Platz läuft, ist ein Tennisspieler fast immer in einer aufrechten Position. Versuche mal, bei gestreckten Beinen deine Fußspitzen mit den Armen zu berühren. Tennisspieler, die keinen Ausgleichssport machen, versagen hier oft.

Folgende Ausgleichssportarten zum Tennis kann ich empfehlen:

  • Joggen
  • Radfahren
  • Schwimmen
  • Wandern
  • Bouldern
  • Golf
  • Pilates
  • Yoga
  • Krafttraining

Was davon du in deinen Trainingsplan integrierst, hängt aber von deinen Präferenzen, deinen körperlichen Voraussetzungen und auch von deiner Zielsetzung ab.

Ausgleichssport vs. Ergänzungssport

Sowohl für ambitionierte Leistungsspieler als auch für Hobby-Tennisspieler sind weitere Sportarten neben dem Tennis sinnvoll, um eine einseitige Belastung zu vermeiden. Man kann hier zwischen Ausgleichs- und Ergänzungssportarten differenzieren, die sich hinsichtlich der Zielsetzung etwas unterscheiden.

Ich selbst gehe z.B. gerne Laufen, klettere manchmal in der Boulderhalle oder spiele Golf. Ob das jetzt der perfekte Ausgleich zum Tennis ist, müssen Sportwissenschaftler entscheiden. Denn nach Ansicht der Fachleute ist Ausgleichssport zwar grundsätzlich sinnvoll, kann aber auch der Performance auf dem Platz abträglich sein.

Ausgleichssport dient primär der Verletzungsprophylaxe

Wer nur Tennis spielt, trainiert einseitig und riskiert irgendwann auch Schmerzen. Besonders ältere Spieler — egal, ob sie ihr Leben lang Tennis spielen oder als Erwachsener neu angefangen haben, sind gefährdet.

Zu den beliebtesten Sportarten für ältere Menschen zählen Joggen, Radfahren, Schwimmen und Yoga. Es spricht aber nichts dagegen, auch als jüngerer Mensch bereits diese Ausgleichssportarten regelmäßig auf den Trainingsplan zu setzen.

Allerdings merkt Prof. Dr. Ingo Froböse in einem Interview an, dass Schwimmen für Tennisspieler leistungsmäßig gesehen kontraproduktiv sein kann. Schwimmen gilt zwar als echtes Allround-Workout und entlastet die Gelenke, ist aber von einer anderen Dynamik gekennzeichnet.

Ergänzungssport soll auch die Tennis-Performance verbessern

Wer Höchstleistungen auf dem Platz vollbringen möchte, sollte gezielt Ergänzungssportarten wählen, die gut zum Tennis passen. Padel, Squash oder Tischtennis sind nicht sinnvoll, weil sie ähnliche muskuläre Dysbalancen hervorrufen.

Tennisspieler sollten eher gezieltes Konditions-, Koordinations-, Kraft- und Reaktionstraining durchführen, um die Skills auszubauen, die im Match weiterhelfen. Gleichzeitig weden besonders durch Kraft- und Stabilisierungsübungen das Verletzungsrisiko reduziert und muskuläre Dysbalancen abgebaut.

Auch das klassische Joggen gilt zwar als guter Ausgleichssport für Tennisspieler, wird aber von manchen Coaches kritisiert, weil es die Spritzigkeit senken könnte. Daher wird leistungsorientierten Tennisspielern dazu geraten, beim Lauftraining auf Intervalltraining mit Sprints und Richtungswechseln zu setzen.

Genauso müssen Tennisspieler nicht zum Ausgleich die schwersten Gewichte stemmen, sondern sollten eher Wert darauf legen, dynamisch und aus der Bewegung heraus mit Schnellkraft zu trainieren. Dann hat das Krafttraining auch einen positiven Einfluss auf das Tennisspiel.

Der mentale Aspekt von Ausgleichssportarten

Keine Frage: Wer ein guter Tennisspieler werden möchte, muss viel Zeit auf dem Platz verbringen, seine Technik verbessern und unzählige Matches spielen.

Doch aus eigener Erfahrung kann ich dir sagen, dass es auch mal nicht schaden kann, den Schläger für eine Weile wegzulegen. Gerade dann, wenn du dich etwas „überspielt“ fühlst und den Eindruck hast, dass du nicht richtig vorankommst und zu perfektionistisch wirst.

Ob du dann eine Ausgleichssportart machst oder einfach mal locker im Urlaub die Seele baumeln lässt, ist meiner Meinung nach gar nicht so wichtig. Entscheidend ist manchmal nur, dass du etwas Abstand zum Tennis gewinsst.

Auch für jüngere Spieler kann es sehr sinnvoll sein, mit einer Ausgleichssportart zu beginnen. Viele Kinder fangen sehr früh mit Tennis an und vermissen vielleicht den Aspekt des Mannschaftssportes vom Fußball, Handball oder Hockey.

Natürlich muss man sich irgendwann entscheiden, welche Sportart man wie intensiv weiterbetreiben möchte, doch der reine Fokus auf Tennis (und der damit verbundene Erfolgsdruck) kann für Kinder eine Belastung darstellen.

Fazit zum Ausgleichssport für Tennis

Mein Rat lautet also: Versteife dich nicht zu sehr aufs Tennis, sondern mache auch andere Sportarten. Wenn du nicht gerade auf dem Weg zum Tennisprofi bist, musst du dir auch nicht die allergrößten Sorgen machen, ob dich eine bestimmte Sportart jetzt bestmöglich voranbringt und dein wöchentliches Tennistraining ideal unterstützt.

Trainiere vielseitig, ernähre dich gut und gehe nicht zu verkrampft an alles heran. Dein Körper wird es dir danken und auch im Match bist du sicherlich ausgeglichener. All das sage ich dir, weil ich es schon am eigenen Leib erlebt habe!


Über den Autor

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