Tennisarm vorbeugen & behandeln: Was kann man dagegen tun?

🎾 Autor: Timm Schaffner / ⏳ Lesezeit: 3 Minuten / ✍️ zuletzt aktualisiert: 23.06.2023

🎾 Autor: Timm Schaffner
⏳ Lesezeit: 3 Minuten
✍️ zuletzt aktualisiert: 23.06.2023

Ein Tennisarm oder auch Tennisellbogen macht sich in der Regel durch einen ziehenden Schmerz im Arm bemerkbar, der bis in die Hand ausstrahlen kann. Bewegungen, und seien sie auch noch so klein, sind oftmals bereits äußerst mühsam.

Sobald man etwas Leichtes anhebt, erstreckt sich sofort ein Schmerz vom Ellenbogen bis in die Hand. Noch immer sind die Ursachen nicht bekannt, doch für gewöhnlich entstehen die Beschwerden durch eine erhöhte Belastung. 

Wodurch kann ein Tennisarm hervorgerufen werden?

Derzeit vermuten Mediziner, dass es zu winzigen Verletzungen bei einer Über- oder Fehlbelastung kommt. Der typische Schmerz entsteht dann durch den Verschleiß am Ansatz der Muskelsehnen und durch die vorgenannten winzigen Verletzungen.

Der Tennisarm entsteht im Übrigen nicht etwa nur durch langfristige und einseitige Belastungen, sondern auch kurzfristige und ungewohnte starke Belastungen können ebenfalls zu einem Tennisarm führen. Bemerkbar macht sich der Tennisarm in der Regel im mittleren Lebensalter. Es ist unbedingt zu empfehlen, einem Tennisarm vorzubeugen, da dessen Behandlung häufig sehr langwierig ist. 

Auch wenn die Begrifflichkeit Tennisarm darauf schließen lässt, es handele sich hierbei um Beschwerden, die durch den Tennissport verursacht wurden, so ist das eine klare Fehlinterpretation. Es gibt verschiedene Sportarten, die das Risiko eines sogenannten Tennisarms in sich bergen. Dazu zählen beispielsweise Rudern, Paddeln, Krafttraining, Badminton und auch Squash.

Doch es gibt auch Berufsgruppen, die von einem Tennisarm betroffen sein können, dazu zählen beispielsweise Maler oder auch Tischlerarbeiten. Doch auch die Arbeit am Computer, dauerhaftes Kassieren oder Sortierarbeiten können Auslöser für einen Tennisarm sein. Auch Musiker können unter einem Tennisarm leiden, das betrifft zum Beispiel Klavierspieler, Schlagzeuger oder Geiger. 

Wie wird ein Tennisarm behandelt?

Es gibt unterschiedlicher Pfeiler, auf denen die Behandlung eines Tennisarms beruht. Allen voran ist hier Schonung das Wichtigste, es folgen dann spezielle Dehn- und Kräftigungsübungen sowie die Einnahme von Medikamenten. Hinzu kommen viele weitere Therapiemöglichkeiten. Da deren Wirksamkeit aber noch nicht erwiesen ist, werden diese Möglichkeiten oftmals nicht von der Krankenkasse übernommen.

Bei akuten Symptomen wird in der Schulmedizin häufig die Infiltrationstherapie eingesetzt Dabei wird Kortison, Lokalanästhetika oder Botulintoxin ins Gewebe injiziert. Doch hierbei kann es auch zu Nebenwirkungen in Form von Hautschwellungen, erhöhten Blutdruck oder Taubheitsgefühlen in den Fingern kommen.

Um einen langfristigen Behandlungserfolg zu erhalten, muss sich das gereizte Gewebe nachhaltig erholen und regenerieren. Dabei können häufig alternative Behandlungsmethoden und verschiedene, einfach zuhause durchführbare Therapiemaßnahmen sehr hilfreich sein.

Wärme und Kälte

Eine sehr unterstützende Rolle spielt sowohl Kälte als auch Wärme bei der Linderung eines akuten oder eines chronischen Tennisarms. Grundsätzlich können sich Behandlungen mit Kälte oder Wärme sehr positiv auf das Schmerzempfinden auswirken. Verwendet werden dann kalte oder heiße Kompressen oder Umschläge. Hier spielt die individuelle Empfindung eine wichtige Rolle, während die einen Wärme als wohltuend empfinden, benötigen andere eher den kühlenden Faktor.

Allerdings haben sich bei dem akuten Tennisarm häufig eher die kalten Kompressen bewährt. Ein Eisbeutel oder eine gekühlte Kompresse wird einfach in ein Handtuch eingewickelt, am besten in ein dünnes Geschirrhandtuch, und dann mehrmals täglich auf die schmerzende Stelle gelegt. Dort sollte die Kompresse zwischen 20 und 30 Minuten verbleiben. Zwischen den Behandlungen sollte mindestens eine Stunde Zeit vergehen. 

Handelt es sich um einen chronischen Tennisarm, wirken sich häufig Wärmebehandlung sehr positiv aus. Besonders geeignet ist hier der Einsatz einer Rotlichtlampe.

Naturheilverfahren beim Tennisarm

Es gibt unterschiedliche Kräuter, die bei Muskeln und Sehnen bei verschieden Erkrankungen nachweislich schmerzlindernde und heilende Eigenschaften aufweisen. Ein beginnender Tennisarm kann somit auch auf natürliche Weise bei der Heilung unterstützt werden. Hierzu sollte man die schmerzende Stelle mit Johanniskraut- oder Rosmarinöl einreiben. Eine weitere Möglichkeit ist, den Tennisarm täglich mit Ringelblumensalbe oder einer Propolis-Salbe aus der Apotheke zu behandeln. Bei einem Tennisarm wirken sich Heublumenbäder oftmals sehr beruhigend aus. Die getrockneten Heublumen aus der Apotheke werden in einer Schüssel mit lauwarmem Wasser eingeweicht und der Arm wird dann für ca. 15 Minuten in dem Sud gebadet. 

Eine Bandage gegen den Tennisarm

Da der Tennisarm in der Fachsprache als Epicondylitis bezeichnet wird, heißen die entsprechenden Bandagen Epicondylitis-Spange. Diese Methode sorgt dafür, dass das gereizte Gewebe geschont wird und sich beruhigt. Diese Bandagen üben Druck auf den überbelasteten Muskeln und die Sehnen aus. Da die Bewegung deutlich eingeschränkt wird führt das automatisch zur Entlastung und Stabilisierung der schmerzenden Stelle. Die Schmerzen werden zudem deutlich gelindert. 

Dehnungsübungen gegen Schmerzen

Da es sich bei einem Tennisarm um keine Entzündung, sondern um eine Reizung des Sehnenansatzes handelt, die durch eine Verkrampfung der Muskulatur ausgelöst wird, sollte man mehrmals täglich Dehnungsübungen durchführen. So wirkt man der Verkrampfung entgegen. Gleichzeitig beugt man so einer langfristigen Sehnenverkürzung vor.

Lockerung der Muskulatur durch Massage

Zum Einsatz kommt hier die Querfriktionsmassage, um die Verspannungen und Verklebungen der Muskeln im betroffenen Bereich zu lösen. Diese kann man allein zu Hause durchführen, indem man mit zwei quer zum Muskel angelegten Fingern einige Minuten lang einen Druck erzeugt. Dieser reduziert die Spannungen und regt gleichzeitig die Durchblutung an. Diese Massageform wird zu Beginn oftmals als recht unangenehm empfunden. Sie sollte aber auf keinen Fall schmerzhaft sein.

Schallwellentherapie als moderner Ansatz

Eine nachhaltige Linderung der Schmerzen wird oftmals durch regelmäßige Anwendung eines Schallwellengerätes bewirkt. Der Kontakt des Schallkopfes bewirkt, dass die Schallwellen über die Haut mehrere Zentimeter tief in das geschädigte Gewebe der Muskeln und Sehnen vordringen können, wo dann die Durchblutung angeregt wird. Das wiederum begünstigt die Nährstoffversorgung der Zellen. Eine Schallwellentherapie beschleunigt die Heilung, Zellregeneration und sorgt für Schmerzlinderung. 

Akkupunktur als alternatives Verfahren

In der traditionellen chinesischen Medizin wird davon ausgegangen, dass ein Energiestau der inneren Organe für den Tennisarm verantwortlich ist. Es gibt verschiedene Punkte, die entlang des Dickdarms bis hin zum Zwerchfell verlaufen, die bei einem Tennisarm durch Akupunktur gezielt aktiviert werden können. Bei der Akkupunktur geht es um die Mobilisierung der Selbstheilungskräfte.


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